Nachruf für Fritz Spängler Drucken E-Mail

Trauer

 

Liebe Fanni, liebe Angehörige der Familie Spängler, verehrte

Trauergäste!

 

Die Feuerwehr Unterschleißheim trauert! Sie trauert um ihren

Ehrenkommandanten Fritz Spängler.

Eine heimtückische Krankheit hat ihn aus dem Leben gerissen. Ein

schwerer Schlag für seine Ehefrau, die Familie und alle, die ihn

kannten. Wir von der Feuerwehr waren über Jahrzehnte sehr eng mit

ihm verbunden.

 

Bevor wir Ihn zur letzten Ruhestätte begleiten, sollten wir uns erinnern,

auf wie vielen Wegen er uns begegnet ist, begleitet hat, sollten sein Bild

nochmals lebendig werden lassen, um es vor dem Verblassen und

Vergessen zu bewahren.

 

Fritz Spängler trat 1954 als 17 Jähriger in die Feuerwehr

Unterschleißheim ein. Sein Kommandant war damals Michael Berthold,

dem aber schon 1 Jahr später Hans Drexler im Amt folgte.

Fritz machte in dieser Zeit seine „Grundausbildung" als

Feuerwehrmann.

Als dann 1960 Josef Oberauer das Kommando übernahm, wuchsen

auch für Fritz in der Feuerwehr die Aufgaben. Er wurde zum

Maschinisten ausgebildet und in dieser verantwortungsvollen Funktion

eingesetzt. Fritz übte den Maschinistenposten mit Hingabe aus und

hatte sein Fahrzeug – es war ein Opel-Blitz – immer fest im Griff.

 

In dieser Zeit erweiterte sich der Fahrzeugpark der Feuerwehr vom

Opel-Blitz zu einem Tanklöschfahrzeug und einer Drehleiter. Fritz war

bei diesem Fahrzeugpark nun „in seinem Element."

Sein leidenschaftliches Engagement in der Feuerwehr, seine Liebe zur

Feuerwehr und sein Fachwissen waren sicher auch die Basis dafür,

dass er 1975 (er war damals 38 Jahre) zum stellvertretenden

Kommandanten gewählt wurde. Kommandant war damals der heutige

Ehrenkommandant Otto Krimmer. Fritz wurde zum Löschmeister

befördert.

 

Dies war auch die Zeit des stürmischen Wachstums der Gemeinde

Unterschleißheim, was dazu führte, dass der Fahrzeugpark fortlaufend

erweitert werden musste.

 

1980 wurde Fritz als stv. Kommandant wieder gewählt. Gleichzeitig

wurde er Oberlöschmeister und etwas später dann Hauptlöschmeister.

 

In der Wahl am 1. August 1985 wählten die Mitglieder der Feuerwehr

Fritz zu ihrem 1. Kommandanten. Er war damals 48 Jahre alt und ging

mit vollem Tatendrang an seine neuen Aufgaben heran. Der

Fahrzeugpark wuchs ständig. Das Gerätehaus in der Hauptstraße

reichte nicht mehr aus. Einige Fahrzeuge mussten sogar in

Nachbargebäuden untergestellt werden.

 

Nach langem hin und her ist es Fritz doch gelungen, seine Ratskollegen

im Gemeinderat zu einem Neubau des Gerätehauses in der Carl-von-

Linde-Straße zu bewegen. Der Bau wurde 1987 begonnen und konnte

1988 fertig gestellt werden.

Mit viel Leidenschaft, Energie und Einsatz hat Fritz diese

Baumaßnahme verfolgt, ja man kann sogar sagen: überwacht.

 

Es war sein Feuerwehr-Lebenswerk was da entstanden ist.

 

Besondere Anerkennung erwarb sich Fritz aber durch die

Unterstützung seiner Wehr beim Aufbau des First-Responder-Systems

ab 1993 in Unterschleißheim. Er hat mit seiner Mannschaft gegen viele

Widerstände hier Meilensteine gesetzt. Das System, das jährlich viele

Menschen rettet, hat inzwischen in ganz Deutschland Beachtung und

Nachahmer gefunden.

 

Mit seiner positiven Einstellung zum Feuerwehrdienst war Fritz stets

Vorbild für seine Mannschaft. Dies zeigte sich auch bei Einsätzen, wo

er u. a. auch sein eigenes Leben riskieren musste. Ich erinnere mich an

einen Sturmeinsatz, als Fritz mit seinem Einsatzfahrzeug zwischen zwei

umstürzende Hochspannungsmasten geriet und von den

Stromleitungen eingeschlossen war. Nur mit seinem Funkgerät konnte

er noch Hilfe holen und aus seiner Lage befreit werden.

 

Auch bei den gesellschaftlichen Ereignissen stand Fritz immer an

vorderster Front. Ihm waren die Teilnahme an Umzügen in der

Gemeinde, der Besuch von auswärtigen Feuerwehrfesten und

Feuerwehrausflügen eine Selbstverständlichkeit.

 

In den 43 Jahren seiner aktiven Dienstzeit hat Fritz gezeigt, dass man

christliche Nächstenliebe auch in der Feuerwehr praktizieren kann.

Bedingungslos hat er sich immer für Menschen in Not eingesetzt.

Familiäre oder persönliche Belange mussten oft hinten angestellt

werden. Die Feuerwehr war im sehr wichtig!

 

Sein Wirken hat einen bedeutenden Beitrag in der Chronik unserer

Feuerwehr hinterlassen.

 

Wir sind stolz darauf!

 

 

Wir verlieren mit Ihm einen Feuerwehrkameraden und für viele auch

Freund.

 

Seiner Frau und seiner Familie wünschen wir, dass sie die Kraft und

den Trost finden, diese schwere Zeit zu überstehen.

 

Im Namen aller Mitglieder der Feuerwehr Unterschleißheim nehme

ich Abschied von Ehrenkommandant Fritz Spängler mit dem

Leitspruch der Feuerwehren

 

Gott zur Ehr – dem Nächsten zur Wehr

 

...oder mit Fritz seinen Worten:

 

Und bleibt's der Feuerwehr treu!

 

 

Wir werden den Wunsch der Familie respektieren und von einer

Kranzniederlegung am Grab abgesehen. Stattdessen erfolgt eine

Geldspende auf das dafür eingerichtete Spendenkonto.